Der 14. Oktober 2014 fiel auf einen Dienstag. Ich wollte früher als normal nach Bremen, wollte bei dm einkaufen und bei Tedi "mal gucken".
Um die Hunderunde abzukürzen fuhr ich die Dorfrunde mit dem Fahrrad. Ich weiß noch das Idefix an dem Tag sehr brav neben dem Fahrrad lief, Buddy sowieso.
Kurz vor unserer Strasse stieg ich vom Rad und leinte meine beiden an, ein tödlicher Fehler wie sich später herausstellen sollte.
Mit den beiden angeleinten Hunden in der einen Hand und dem Fahrrad an der anderen ging ich die Strasse entlang, da die beiden stark an den Leinen zogen, hatte ich diese mehrfach um meine Hand geschlungen, mehr Kontrolle dachte ich.
Doch dann hörte ich vor uns ein Rascheln...der aggressive Schäferhund meiner Nachbarin kam von ihrem Grundstück, sah uns und griff an. Es gab kein bellen oder knurren, es gab nur Angriff.
Er sprang zu erst mich an, ich liess das Fahrrad auf ihn fallen, hörte ein jaulen. Versuchte die Leinen zu lösen, schrie das Tier an, schrie um Hilfe. Meine beiden Hunde bellten. Der Schäferhund machte einen Satz nach vorne, schnappte sich Buddy, nahm ihn quasi richtig in die Schnauze, biß immer wieder zu, Buddy schrie und schrie, ich prügelte auf den Schäferhund mit der freien Hand ein, konnte die Leinen nicht lösen da diese auf Spannung waren. Irgendwann hörte Buddy auf zu schreien, der Schäferhund schüttelte ihn immer wieder und schmiß ihn im hohen Bogen davon und ging auf Idefix los.
In der Ferne konnte ich die Besitzerin schreien hören, sie kam aber nicht her. Während sich das Monster über Idefix her machte, konnte ich die Leinen lösen. Auf einmal war jemand hinter mir, ergriff das Vieh und zerrte ihn weg. Idefix war befreit, Buddy kroch zu mir, zu meinen Füßen, legte sich nieder und stand nie wieder auf.
Ich nahm ihn auf dem Arm, Idefix konnte alleine laufen, sah mich immer wieder geschockt an. Irgendwie kamen wir nach Hause, ich hab auch noch mit der Nachbarin gesprochen, sie sagte irgendwas mit "er mag keine kleinen Hunde, ich wußte nicht das Du da bist". Und das sie versichert sei.
Buddy bewegte sich nicht mehr, Bisswunden konnte ich keine sehen so schnell, die sah man erst später.
Durch Zufall hatte mein Freund Urlaub, er fuhr mich und die Hunde zur Tierärztin. Dort sahen wir die Wunde, die anfing zu bluten. Die Ärztin konnte keine genaue Diagnose stellen und überwies uns in die Tierklinik.
Dort versuchte man 4 Stunden lang Buddy zu retten, doch es war leider nicht möglich. Ich werde in meinen ganzen Leben niemals seinen Blick vergessen, den letzten den er mir zu warf. Ich glaube, er wußte es in dem Moment schon. Er verstarb noch auf dem OP-Tisch.
Idefix hatte unglaublich Glück gehabt. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Schäferhund versucht hat, den beiden die Wirbelsäule zu brechen. Die Ärzte sprachen von gezielten Tötungsversuchen. Er hatte bei dem Angriff Buddys innerstes dermaßen verletzt, dass es nicht möglich war, die Arterien zu flicken. Außerdem waren zumindest eine Niere komplett zerstört worden.
Idefix war dem ganzen nur um Millimeter entgangen. Vielleicht weil er mehr Fell am Bauch hatte, ich weiß es nicht. Doch auch er war schwer verletzt und brauchte noch lange starke Antibiotika und Schmerzmittel. Wochenlang stand er unter Schock, war nicht mehr "mein Idefix" und bekam Globuli gegen Angstattacken.
Auch ich hatte 5 Wochen lang Panikattacken. Sehr schlimm waren die ersten Tage danach. Ich schrie und weinte abwechselnd, es tat mir körperlich weh. Ich vermisste ihn, meinen Seelenhund, mein ein und alles, mein Engel. Auch heute noch muß ich weinen wenn ich an ihn denke, und ich denke viel an ihn.
Die Nachbarin entschuldigte sich bei meinem Freund zwar, darauf angesprochen, dass ihr Hund einen Maulkorb bräuchte, verneinte sie dies. Er sei "nur übermütig, total lieb, mag halt keine kleinen Hunde". Also ging ich zur Polizei und zeigte sie an. Ich wollte nicht, dass jemand anderes diesen Schmerz erleiden mußte. 10 Minuten nachdem die Polizei sie über die Anzeige informiert hatte, stand ihr erwachsener Sohn hier in der Tür. Meinte erst, dass man unter Nachbarn "so etwas nicht macht", dann das eine Anzeige teuer sei, ob ich mir das leisten könnte. Schließlich kam er auch damit, dass der Hund ja total lieb sei und blablabla. Daraufhin meinte ich nur, dass der total liebe Hund mir das liebste in meinem Leben genommen hätte. Zum Schluß versuchte er es noch mit der moralischen Masche; wenn der Schäferhund zum Wesenstest müßte würden sie aufgrund der Kosten lieber einschläfern lassen, damit müßte ich dann leben.
Das ganze passierte 2 Tage nach Buddys Tod, ich stand unter Schock, wenn er jetzt noch mal kommen würde, ich würde ihn vom Grundstück jagen und ihn anzeigen.
Leider hat die Anzeige nichts gebracht; der Staatsanwalt schmetterte sie ab, es sei ja quasi nichts passiert, nur ein Hund gestorben. Auch die anderen Behörden waren keine Hilfe. So leitete die Polizei den Vorfall zwar an das Rathaus weiter, doch da vergaß man das ganze bzw es kam irgendwie nicht mal an. Wie ich seit 2 Wochen weiß, haben meine Nachbarn einen Freund im Rathaus und dieser ist für Hundevorfälle zuständig. Mein Pech. Also informierte ich das Ordnungsamt. Und jetzt, ein Jahr nach dem Angriff, habe ich endlich die Entscheidung bekommen. So wurde der Hund als gemeingefährlich eingestuft, aber, und das ist nicht im geringsten nachvollziehbar, muß er keinen Maulkorb tragen!
Ich werde, ich kann das nicht einfach alles auf sich beruhen lassen! Ich werde beim Ordnungsamt nachfragen, wie es sein kann, dass ein behördlich festgestellt gefährlicher Hund keinen Maulkorb tragen muß, denn hätte er dies vor einem Jahr getan, würde mein Buddy noch Leben.
Auch werde ich etwas wegen meinen Nachbarn unternehmen müßen, denn ich fühle mich permanent bedroht. Am Tag als ich die niederschmetternde Nachricht vom Ordnungsamt bekam, stand sie mit ihrem wild springenden und bellenden Hund 200 Meter von mir entfernt und hat nur her gestarrt, auch hat sie mich und die Hunde einmal beim gassi gehen gesehen, sie war mit Auto, hat einen Gang runtergeschaltet und Gas gegeben. Ich konnte Jake gerade noch wegziehen.
Aber ich werde es mir nicht länger gefallen lassen; ich will nicht noch einen Hund beerdigen müßen wegen einer Irren und ihrer fehlerhaften Einschätzung ihres Tieres oder ihres Hasses auf mich. Vielleicht muß ich sie einfach mal alleine treffen...
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