Bin ich ein Hundedepp
Oder auch
Es gibt immer 2 Seiten
Letztens bin ich beim Surfen über einen wirklich tollen Hundeblog gestolpert und hab mich da richtiggehend festgelesen. Neben diversen Themen ging es dort auch um die Erziehung des Hundes bzw das, nach Meinung der Autorin, einige Hundebesitzer ihre Tiere nicht oder falsch erziehen. Diese Leute nennt sie Hundedeppen. Als Beispiel nannte sie die Situation wenn sie mit ihrer Hündin zB im Park spielen würde, fremde Hunde einfach hergelaufen kämen, unangeleint, um die Hündin zu begrüßen. Die Besitzer stünden dann in einiger Entfernung und es würde sie entweder nicht interessieren oder sie würden rufen und rufen und der Hund nicht reagieren.
Ihre Schlussfolgerung war also folgende; die Besitzer haben den Hund nicht unte Kontrolle und/oder sind für ihn so dermaßen uninteressant, dass dieser lieber fremde Hunde belästigt.
Ich finde, dass ist zu einfach. Ich habe/hatte 2 Hunde, Idefix und Buddy bzw jetzt Jake. Idefix ist der ältere, wir holten ihn vor 8 Jahren zu uns und er war mein erster Hund. Natürlich macht man vieles am Anfang nicht richtig, das geb ich gerne zu, allerdings ist Idefix auch kein einfacher bzw Anfänger-Hund. Er ist der 100% Hund: er ist immer 100% begeistert, beleidigt, müde, verspielt. Er kennt da keine Abstufungen. Wenn er schlafen will, dann will er schlafen und nicht kuscheln und dann wird auch schon mal geknurrt. Wenn er mit dem Ball spielt, dann spielt er auch mit dem Ball....nebenan könnte eine Atombombe hochgehen, er würde sie nicht sehen, nur den Ball. Das ist toll, aber auch schwierig. Wenn wir mit ihm spazieren gehen und er sieht etwas, was ihn interessiert, dann will er da hin, zu 100%. Und nein, man kann ihn dann nicht ablenken. Es gibt so gut wie keine Ablenkung für ihn. Auch hat er manchmal den Drang, einfach mal ne Runde ohne uns zu drehen...anfangs zu läufigen Hündinnen, mittlerweile auch einfach nur mal so. Ja, werden jetzt einige denken, dann nimm das Vieh doch an die Leine! Dann kann er nicht abhauen! Stimmt, das weiß er aber auch schon.
Stellt Euch folgende Situation vor; Ihr seid auf einer Wiese und spielt dort mit Euren Hunden Fußball...der Hund ist begeistert, rennt hinter dem Ball her...rennt an ihm vorbei....rennt immer weiter und weiter und....ist weg! Einfach so! Es gab nix, das diese Situation angedeutet hat, kein Kaninchen das er gejagt hat....kein anderer Hund...nix!
Gut, also nach der Hundedeppen-Schlußfolgerung bin ich das dann wohl...
Auf der anderen Seite habe ich ja noch einen anderen Hund, früher Buddy, jetzt Jake (10 Monate). Jake, ein quirliger Junghund, läuft (außer an Straßen) immer ohne Leine. Idefix nicht. Jake läuft nicht weg, er läuft nicht auf andere zu, springt niemanden an, verschwindet nicht in den Büschen. Er ist folgsam und anscheinend gut erzogen. Richtig aufdrehen tut er wenn er mit anderen Hunden spielt, aber das ist auch ok.
Warum ist der eine jetzt so und der andere ganz anders obwohl beide gleich erzogen wurden?
Weil es auch bei Hunden verschiedene Charaktere gibt und man nicht alle über einen Kamm scheren kann.
Mein Beispiel ist nur eines von vielen, das gibt es in meinen Bekanntenkreis öfters.
Fazit: bin ich ein Hundedepp?
Zumindest zu 50%. ;)


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